Neue Nachbarn
Max NEUPERT
Hochschule für Kunst und Design, HALLE, Burg Giebichenstein
Fachbereich Kunst und Medien
Mein Vorschlag fußt auf der Feststellung, dass eine Diskrepanz zwischen
den tatsächlichen Problemen und der "gefühlten" Situation
im Stadtteil Volkmarsdorf besteht.
Durch die Ausdünnung der Bevölkerungsdichte in den Gründerzeitgürteln
um die traditionellen Stadtkerne entsteht bei den dort verbliebenen Bewohnern
das Gefühl an einem unattraktiven Ort übrig zu bleiben. Leerstand und
Verfall weckt Ängste, weniger Bewohner bedeuten weniger Lebendigkeit und
ein lockereres soziales Gefüge in der Nachbarschaft.
Dagegen ist der Bauliche und Infrastrukturelle Zustand der betroffenen Gebiete
meist gut. Es handelt sich also um ein visuelles Problem, weichem ich mit einer
visuellen Lösung begegne.
Einzelne (leere) Häuser im Straßenbild werden zur Projektionsfläche
eines Live-Bildes eines anderen Hauses in einer anderen Stadt. Es entsteht so
eine mediale, vermittelte, neue Nachbarschaft
Da das gegenüberliegende Haus als Vorlage für eine Projektion gegenüber
des Aufgenommenen Hauses in der anderen Stadt dient, entsteht Interaktion: die
Bewohner von Volkmarsdorf können nach Kairo, Chicago oder Leipzig-Süd
sehen und grüßen - so wie ihnen die Welt zusieht und ihnen ein Spiegel-
und Vor-Bild sein kann.