MAIN BOOT
Ein Wasser-Verkehrssystem
Axel BECK, Svenja HÖRTDÖRFER, Barbara PALANDT,
Peter ROCH, Sebastian STERNIAK und Lisa WESTIN
"Erster Preis"
Technische Universität Braunschweig
Lehrstuhl für Baukonstruktion und Industriebau
_GESAMTKONZEPT der Arbeiten 01.1 bis 01.6
MAIN BOOT - Ein Wasser-Verkehrssystem
Der Ausbau bestehender Verkehrsmittel (U-Bahn / Straßenbahn) ist uneffizient
oder teuer.
Die Forderung nach einer reversiblen, punktuell flexiblen Intervention im Osthafengebiet
schließt eine konventionelle Anbindung über die häufig nicht öffentlich
zugängigen Strassen aus.
Eine Verkehrsanbindung über den Landweg würde zu erheblichen Beeinträchtigungen
des Hafenbetriebes führen.
Die potentiellen Interventionsgebiete für neue "points of interest",
die den Hafen an einer gesunden Mischnutzung teilhaben lassen, befinden sich häufig
auf, vom Lande unerschließbaren, Grundstücken:

Sechs
Interventionsgebiete
westlich und östlich
des schräg verlaufenden
Streifenschnittes
der Aufgabenstellung
für neue
"points of interest"
Gefragt ist ein öffentliches Nahverkehrssystem, welches all diesen Parametern
und Einschränkungen Rechnung tragen kann:

Das Wasser-Bus-System MAIN BOOT ist dem Ö.P.N.V. [Öffentlicher Personen-Nah-Verkehr] angeschlossen und stellt
eine schnelle, direkte und angenehme Verbindung zwischen der Innenstadt und dem
Ost- und Westhafen sicher.
Es reagiert auf die komplizierte Verkehrssituation
auf dem Land und schafft mit seinen Haltepunkten immer wieder Schnittstellen zwischen
dem herkömmlichen Personennahverkehr, den bislang als nicht erschließbar
erklärten Uferzonen, der Innenstadt und dem Fernverkehr. Es leistet eine
verlässliche, von Stosszeiten unabhängige Beförderung und trägt
dazu bei, den Bezug zwischen Stadt und Wasser in Frankfurt zu stärken.




Der intakte und expandierende Hafen darf in seinen Funktions- abläufen nicht
behindert werden, hinzugefügte Nutzungen müssen die Aufenthaltsbedürfnisse
und –qualitäten stärken, hafenaffin sein und zudem den ursprünglichen
Hafencharakter nicht schwächen.




Die Innenstadt Frankfurts und der innenstadtnahe Autobahnzubringer Hanauer Landstraße, welcher das Osthafenareal tangiert, sind verkehrstechnisch ausgelastet.
Durch den Bau der Europäischen Zentralbank [EZB] und die Um- nutzung des Hafengebietes ist mit einer weiteren Verkehrsbelastung und noch längeren Stauzeiten zu rechnen.
Das innenstadtnahe Potenzial des Osthafens wird nicht wahrgenommen!
Verschleiert durch lange Warte-/Stauzeiten und ungünstige Anbindungen schleicht sich die Empfindung ein, sich weit draußen "vor der Stadt" zu befinden.
Ein innenstädtischer Hafen und ein peripheres Antlitz sind die zwei Antagonisten, die es gilt miteinander zu versöhnen. Verkehrsanbindung, Mobilität und Zeitersparnis durch eine adaptierte Erschließung werden zu Schlüsselvoraussetzungen und treten im städtebaulichen Kontext als subtile aber hoch effiziente Streitschlichter auf.
Das Wasser-Verkehrssystem MAIN BOOT mit seinem Anschluss an den ÖPNV kann auch wie ein Ventil zum Druckausgleich wirken. Es besteht aus zwei Wasser-Bus-Linien:

MAIN BOOT fährt alle dreizehn Anlegestellen zwischen Ost- und Westhafen an.

MAIN BOOT express ist auf das Anlaufen der vier meist frequentierten Stationen begrenzt.
Um lange Wartezeiten zu vermeiden und eine relativ hohe Frequentierung der Linien zu gewährleisten ist die MAIN-BOOT-Linie mit vier, die MAIN-BOOT-express-Linie mit
zwei Booten ausgelegt. Wenn man eine Beförderungs-Bootsgröße von 30 Personen zugrunde legt, so können maximale Beförderungskapazitäten
von 7.080 Personen pro Tag erreicht werden.
Vergleicht man nun z.B. die Fahrzeit vom Hauptbahnhof zur Honsell-Brücke von Straßenbahn/Bus mit der des MAIN BOOTes, so kann man deutliche Zeitvorteile (ca. 25% weniger) für die Bootslinie im Vergleich zum herkömmlichen ÖPNV vorweisen. Im Vordergrund hier steht
die reelle Verbindungszeit zwischen den wichtigen Haltestellen. Parameter, die in
die Berechnung mit einfließen, sind sowohl das benötigte Umsteigen als
auch dessen Dauer.
Dabei wurden Verzögerung auf dem Landweg durch eventuelle Verkehrsbelastung noch nicht einmal berücksichtigt.
Dieses Beispiel zeigt, dass das MAIN BOOT eine echte Alternative zum ÖPNV bietet:
Die anzulaufenden Ziele werden schneller und bequemer erreicht. Der subjektiv
atmosphärische Mehrwert ist hier nicht messbar doch de facto existent.

Die zwei Anlegertypen auf Pontons sind örtlich unabhängig: Der Liegeort kann je nach Bedarf kurzfristig gewechselt werden. Sie bieten
Wetterschutz, den Kartenverkauf und Sanitäranlagen. Der Osthafentyp ist auf Grund der Kaimauernhöhe doppelstöckig ausgelegt.
